Liebe Hanna, vielen herzlichen Dank für deine Zeit & Bemühungen und einen herzlichen Glückwunsch zu dem riesigen Erfolg mit Soeder. Wir freuen uns sehr, dich unseren Leser/innen als dritten Gast vorstellen zu dürfen! 🤩

Webseite von Soeder: www.soeder.ch 
 

 

1. Hanna, wie wir herausfinden konnten, hast du Architektur studiert und bist nun Co Founderin von Soeder - einem Unternehmen, welches auf den ersten Blick weit entfernt von der Tätigkeit einer Architektin liegt? Wie kam es dazu? Erzähle uns etwas mehr über deinen Werdegang, sowie die Entwicklung zum Unternehmen Soeder?

Ich habe Architektur an der ETH in Zürich studiert und bin anschliessend 10 Jahre lang als Architektin in Zürich tätig gewesen. Während dieser Zeit habe ich Johan kennen und lieben gelernt. Wir haben einander nicht nur als Paar verstanden, sondern hatten auch die Überzeugung in vielen weiteren Sachen wie z.B Design, Nachhaltigkeit & Lebensphilosophie und viele weiteren Themen. Somit haben wir schon früh mit gemeinsamen Projekten angefangen, was im 2013 zur Gründung unserer gemeinsamen Firma Soeder geführt hat.


 

2. Erzähl uns doch ein bisschen mehr von den Anfängen von Soeder. Was waren damals eure konkreten Ideen und was waren die ersten Anfangsschritte im Bezug auf das junge Unternehmen? 

Johan und ich wollten immer schon gemeinsam arbeiten, wir wollten selbständig arbeiten und wir wollten in unserer Arbeit unsere Werte vollends verfolgen können. Somit war es uns wichtig, dass wir etwas schaffen würden, was für uns und unsere Umwelt Sinn machen würde. Was genau das sein könnte war sehr offen, aber es dürfte nichts sein was trends folgen würde, es dürfte nichts kurzlebiges sein und es dürfte nicht der Umwelt und dem Menschen schaden.

Am Anfang haben wir unsere eigenen Designs hauptsächlich in der Schweiz produziert. Es waren unter anderem Wollpullover, Holztische, Silberschmuck und Kupferlampen. Das Sortiment war sehr breit aber stets mit denselben Werten designed und produziert. Verkauft haben wir anfangs alles in dem Ursprungsladen an der Ankerstrasse und über unseren Online Shop.

 
 

3. Was war euer Kredo bei der Gründung von Soeder? Was waren die absoluten Must Haves, was waren die Ziele, sowie die Strategie hinter dem Unternehmen? 

Wir waren und sind heute immer noch ein “Value Driven Company”. Diese Werte haben sich nicht gross geändert in der Formulierung und im Verständnis erst recht nicht. Es soll Sinn machen, langlebig sein und darf nicht schädlich sein.

Wir wollten die Warenkette zum Endkunden so kurz wie möglich halten. Am Anfang als wir unsere Produkte nicht selber hergestellt haben war die Wertschöpfungskette an unserer Stelle bei der Lieferung an den Endkunden fertig, dies aus dem Grund, damit der übliche Aufschlag bei der Distribution und im Wiederverkauf nicht in den Preisen enthalten sein musste. Sehr gute Qualität zu sehr niedrig gehaltenenen Preisen war unsere Philosophie. Dies hiess nicht, dass alles günstig war, aber wir haben weniger Aufschlag und somit deutlich günstigere Angebote für unsere Kunden machen können.

Als wir mit unserer eigenen Produktionsstätte angefangen haben war uns die Produktionsmenge überaus wichtig, sodass wir unsere Investition in die Fabrik amortisieren konnten. Durch das, dass wir einen weiteren Schritt in der Kette streichen konnten, haben wir die Türen für weitere Verkaufsstellen geöffnet. Dies bedeutete ein komplett neues Kapitel in unserer Geschcihte.

Bei demjenigen Schritt haben wir uns auch entschieden die Komplexität unseres Unternehmens etwas zu verringern und haben uns auf unserer diversen Pflegeprodukte welche wir zu 100% selbst herstellen konzentriert.
  

 
 

4. Würdest du wenn du nochmals an den Anfang zurückgehen könntest, alles nochmals gleich machen oder hättest du an gewissen Punkten andere Entscheidungen getroffen? 

Ich würde nicht zurück wollen, auch wenn es schon eine sehr anstrengende Reise war, welche man nicht allzuoft durchmachen kann, aber ich würde auch nichts anders machen wollen.

 
 

5. Wie wichtig ist dir das Erlebnis des Käufers bei Soeder? Was soll er entdecken & erleben und welche Highlights erwarten die Kunden von euch in den unzähligen Stores? 

Es ist mir/uns sehr wichtig, was der Kunde erlebt. Am Anfang waren wir persönlich immer da und konnten selber alles beantworten. Heute sind wir in einer Phase von einem grossen Wachstum und konnten dem ganzen Kundenerlebnis leider nicht mehr ganz so sehr folgen wie am Anfang. Dies ist aber etwas was in den nächsten Jahren grossen Fokus bekommen wird und etwas, woran wir auch insbesondere mit dem neuen Fabrikationsstandort sehr pflegen werden.

Man soll sich erkundigen können, alles testen und dabei auch noch ein einzigartiges Erlebnis von uns als Produzenten erleben können.

 
 

6. Was waren für dich im Rückblick bisher die grössten Highlights & Überraschungen und welche Geschehnisse oder Meilensteine hättest du soweit selbst nicht erwartet? 

Persönlich ist das grösste Highlight, dass ich mit Johan zusammen etwas aufbauen konnte wovon wir heute leben können. Er ist der Partner der mich in allen Lebensbereichen begleitet und den ich am meisten liebe und respektiere.

Gemeinsam haben wir aber so viele kleine Highlights erlebt, von der Eröffnung vom ersten Laden am 19. Dezember 2013, bis das in baldiger Zukunft das 10-jährige Jubiläum am neuen Standort unserer Seifenfabrik in Altstetten, Zürich.

Nicht erwartet habe ich am Anfang, dass wir uns in eine Seifenfabrik verwandeln. Dass wir etwas produzieren wollen, das haben wir gewusst, aber in welchem Rahmen das geschene würde, dass war uns absolut ungewiss.

Ansonsten ist das meiste wie beim Aufwachsen von Kindern geschehen, so langsam und vorsichtig, dass man es selbst fast nicht wahr nimmt. Aber mit dem Rückblick und der Reflektion sieht man, was alles wunderbares und auch trauriges passiert ist über die Jahre.


 

7. Erzähle uns ein bisschen mehr über die Hintergründe eurer Produkte. Wie lange dauert es, einen neuen Duftstoff oder im Allgemeinen ein neues Produkt herzustellen und wie Komplex ist die Genehmigung, dieses Produkt auf den Markt bringen zu dürfen? Was muss man alles beachten und wie kompliziert ist die Herstellung? 

Unsere Produkte sind immer zu 100% aus natürlich entstandenen Rohstoffen, der Grund von allem ist immer die Natur. Dabei kommt aber der erste Knackpunkt schon - wenn man eine Seife herstellt, also eine echte Seife und nicht ein synthetisches Duschgel was heute auch als Seife verkauft wird, dann entsteht das aus Ölen und Salzen in einem chemischen Prozess, die sogenannte Verseifung.

Die Seife ist somit nicht natürlich gewachsen, weil aus einem chemischen Prozess entstanden ist und darf deshalb nicht als 100% natürlich bezeichnet werden. Das haben wir unter anderem über die Jahre gelernt.

Nun wo wir angefangen haben, waren die Regeln in die Schweiz auch etwas lockerer als heute. Wir waren jedoch weil wir in die gesamte EU verkaufen wollten, schon sehr früh im Kontakt mit härteren Regeln. Heute ändert sich das Reglement immer schneller und man muss richtig mithalten um nichts falsch zu machen. Vieles was man heute  auf dem Markt findet ist nicht regelkonform, was auch eine gewisse Schwierigkeit widerspiegelt. Wir haben diesbezüglich jedoch spezifische Mitarbeiter, welche die Produkte stets überprüfen und alles genehmigen lassen.

Als Betrieb wird man auch von den Behörden inspiziert. Dies alles ist natürlich einerseits schon schwierig, andererseits tut es uns und dem Markt sehr gut, dass es solch strenge Regeln gibt und wir uns danach zu halten haben. Es sollte sich noch mehr und schneller in die Richtung nachhaltiger Reglemente bewegen, damit auf dem gesamten Markt weniger schädliche Rohstoffe für den Menschen und die Umwelt verwendet werden dürfen. Das wäre unser grösster Wunsch.

Was man alles beachten muss und wie kompliziert es ist ein neues Produkt zu entwickeln, kommt sehr auf das Produkt und den Verwendungsbereich an.


 

8. Ihr seid 100% Zürich und widerspiegelt dies auch sehr stolz. Wie wichtig ist euch die Verbundenheit zu Zürich und der Schweiz im Allgemeinen und wo seht ihr euch mit dem Unternehmen in den nächsten 5 - 10 Jahren? World-Takeover oder eher klein & lokal? 

Zürich ist unser Zuhause, hier wohne ich und habe mein halbes Leben in und um die Stadt verbracht und das wird sich auch lange nicht mehr ändern. Soeder hingegen ist bereits über die Landesgrenzen hinausgewachsen und unser heutiges, sehr tolles und aufgestelltes Sales Team kennt keine Grenzen :)

Worin wir uns hingegen schon seit dem Anfang Gedanken machen mussten und auch ein grosser Teil der Strategie ist, ist wie wir weit entfernt gelegene Weltteile beliefern. Sobald der Markt gross genug ist, werden wir jeweils vor Ort produzieren wollen. Unsere Produkte sind zwar für die ganze Welt gemacht, aber auf Dauer ist das verschiffen von allen Produkten aus Zürich nicht unser Ziel. Wenn der neue Markt es tragen kann, dann eröffnen wir lokale Fabrikationsstandorte. Somit werden wir in der Zukunft in der ganzen Welt vertreten sein und lokal produzieren, sollte die Nachfrage dafür bestehen.

 
 

9. Und zum Abschluss natürlich noch eine Frage im Bezug auf Läight. Wie kamt ihr damals auf uns und wie zufrieden seid ihr mit uns und was überzeugte euch damals im 2019/20 von einer Zusammenarbeit mit Läight

Wir haben bereits die Fassade unseres ersten Ladens an der Ankerstrasse mit unserem Soeder Schnürlischrift Logo in Form eines Neon Leuchtschild verziert. Diese Art von Leuchtschildern überzeugen uns auf einer ästhetische Ebene. Leider jedoch ist die Produktion mit den Glasrohrkonstruktionen etwas komplexer und wir mussten das Schild regelmässig warten lassen und mit der Zeit war der Bedarf nach flexiblen Schildern an anderen Standorten grösser.

Da kamen uns die LED Neon Signs von euch als flexible Lösung perfekt gelegen und die Langlebigkeit eurer Produkte entsprechen ausserdem unseren Werten. Die erste persönliche Lieferung zu uns in die Fabrik, war dann bloss noch das Tüpfelchen auf dem i :)

 

  

 

Gerne möchten wir uns nochmals von tiefstem Herzen bei dir bedanken und wünschen euch beiden und dem gesamten Soeder-Team weiterhin viel Erfolg im Unternehmen und auch Privat ganz viele weitere Highläights!

Täusend Dank auch an alle Leser und bis bald,

Kevin Oberholzer
Founder & GM

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