Liebe Madeleine, vielen herzlichen Dank für deine Zeit und Bemühungen und herzliche Gratulation im Vorab zu eurem unglaublichen Erfolg mit Le Bijou. Wir freuen uns sehr, unseren Leser/innen der Täime to Meet .. Episoden, dich als ersten Gast vorstellen zu dürfen.

1. First things first: Du bist zweifache Mutter, Co-Founder von Le Bijou, eines der einzigartigsten und am schnellstwachsenden Hospitality-Unternehmen der Schweiz, Ehefrau deines gleichzeitigen Businesspartners, hast in Paris gelebt & studiert und jonglierst dutzende von hochkarätigen Events, Millionen-Investments und den Mami-Alltag mit einer absoluten Leichtigkeit und das alles im Alter von nur 31 Jahren. Woher nimmst du die ganze Energie und wie einfach oder schwierig fällt dir das alles zu separieren?

Die ehrlichste Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: ich brenne für das, was ich tue. Sei es, die Details für einen Event zu finalisieren, oder sei es, meinen Sohn zum Schwimmuntericht zu begleiten. Dann fällt alles leicht, als hätte ich endlos Energie. Dann lebe ich voll und ganz im Moment, mit nur ab und an ein paar wenigen Blicken auf mein Smartphone. :-) Manchmal habe ich aber auch ein Energietief, nämlich dann, wenn im Tessin einmal nicht die Sonne scheint oder meine Kinder alles besser wissen. Diesen Job habe ja bereits ich.

Energie ist wie ein Fluss, vor allem in meinem Leben voller Hochs und Tiefs. Schwankungen versuche ich einfach zu akzeptieren. Je besser einem das gelingt, desto einfacher startet man in den nächsten Tag. Ich war aber ehrlich gesagt noch nie so ein «Work-life-balance-Mensch». Bei mir kommt alles, wie es kommt.

Separieren? Das gelingt uns nur bei der weissen Wäsche. Es war aber auch noch nie ein Problem. Wir lieben beide, was wir tun und lieben es, stundenlange zu diskutieren und uns die Welt so auszumalen wie wir sie für unsere Businesses gerne hätten. Das tun wir am besten dann, wenn wir eben Lust dazu haben.

Ab und zu gibt es Momente, in welchen wir einfach sagen: «Jetzt will ich Netflix schauen und einfach chillen». Dann wird das –(vor allem von mir :-)mit einem Lächeln akzeptiert.

Ach und übrigens: ich schmeisse den Mami-Alltag nicht mit absoluter Leichtigkeit. Ich habe schnell herausgefunden, dass viele Mamis lügen, vielleicht auch ein wenig zum Selbstschutz. Mami sein ist super anstrengend! Ich mache einfach kein Geheimnis daraus, dass ich eine kleine Armee von Helfern habe, die mit mir mitreisen und helfen, ob mit den Kids oder für berufliche Angelegenheiten.


2. Erzähl uns doch ein bisschen mehr von den Anfängen von Le Bijou. Wo warst du/ihr damals, wie kam es zu der Idee und was waren die ersten Anfangsschritte?

Kurz nachdem ich vor über 10 Jahren mit meinem Mann zusammen kam, erzählte er mir von einer Platform namens Airbnb. In der Schweiz gab es bis auf uns und einen anderen Zürcher, niemanden, der darauf inserierte. Wir hatten ein kleines Monopol für alle amerikanischen Geschäftsleute, die nach Zürich reisten. Mein Mann fragte mich, ob ich ihm helfen würde und meinte damit auch, ob er bei mir übernachten könne, da seine Wohnung ja bereits vermietet war. Da wir frisch verliebt waren, war das natürlich kein Problem. Ich bot ihm an, dass ich gerne das Apartment reinige, zwischen meinen Vorlesungen an der Uni, ich dafür aber 50% vom Gewinn möchte. Deal! Bis heute sind wir verliebt und leiten das Unternehmen zusammen mit einem weiteren Co- Founder, Renato Steiner.

Als wir einer unserer ersten VIPs aus dem Sillicon Valley bei uns beherbergen durften, kurz bevor die Apple Watch raus kam, ging es dann richtig los, und wir wurden regelrecht überrannt mit Anfragen in alle Richtungen. Die Banken wollten uns trotzdem kein Geld geben, und so haben wir ein weiteres innovatives Produkt lanciert um dieses Problem zu lösen; den lukrativen Le Bijou Bond. Kurz zusammengefasst: in 29 Tagen haben wir CHF 1 Mio finanziert.


3. Was war dein/euer Kredo bei der Gründung von Le Bijou? Was waren die absoluten Must-Haves, was waren die Ziele, sowie die Strategie hinter dem Unternehmen?

Alles entstand aus der Vision heraus, aus einem Koffer leben zu können. Denn alles was du hast, das hat auch dich. Das hiess nie, dass wir absolute Minimalisten werden wollten. Aber wir beschränken uns und fokussieren alles, was wir tun auf das, was wir gut können. Jeder sollte die Zeit haben, das zu tun, worin er wirklich gut ist und wofür er brennt. Das klingt romantisch, ist aber ernst gemeint. Es ist einfacher gesagt als getan, aber man muss den Mut haben, es zu versuchen. Wenn man z.B in eine Putzfrau investiert, hat man mehr Zeit, sich seinen Talenten zu widmen. Mit dem Geld ist es wie mit der Energie. Geld ist ein Energiefluss, den man nicht stoppen sollte, und man darf nicht zu sehr daran festhalten. Man muss es ausgeben, bevor man eine Rendite erzielen kann. Zu meinem damaligen Erstaunen, hatte mein Mann schon immer diese Haltung verinnerlicht und uns so aber alle zu neuen Ufern gebracht.


4. Würdest du wenn du nochmals an den Anfang zurückgehen könntest, alles nochmals gleich machen oder hättest du an gewissen Punkten andere Entscheidungen getroffen?

Wenn ich nochmals an unsere Anfänge zurück gehen könnte, würde ich meinem 19 jährigen Ich sagen, alles etwas gelassener zu nehmen und dem Zitat von Steve Jobs mehr Rechnung zu tragen, welches jahrelang in jeder unserer Wohnungen hing: „You can‘t connect the dots looking forward, you can only connect them looking backwards.“


5. Wie wichtig ist dir das Erlebnis des Gastes bei Le Bijou? Was soll er entdecken & erleben und welche Highlights erwarten die Kunden & Gästen von euch?

Das grösste Highlight, das wir einem Gast bieten können, und was auch ich bei jedem Aufenthalt erwarte, ist, dass alles massgeschneidert für den konkreten Gast organisiert ist. Das beste was einem passieren kann, bei jeder Reise, ist doch, dass alles genau so organisiert ist, wie man es gerne hat. Wenn du ankommst, ist deine Sojamilch da, und das Matchalattepulver steht zum Einsatz bereit. Das wäre dann mein kleiner Luxus. :-)


6. Was waren für dich im Rückblick bisher die grössten Highlights & Überraschungen und welche Geschehnisse oder Meilensteine hättest du soweit selbst nicht erwartet?

Ich habe so viele Highlights erlebt in meiner Karriere und unglaublich inspirierende Menschen kennengelernt. Es freut mich dann besonders, wenn solche Menschen, ob berühmt oder nicht, an unser Produkt glauben und dieses zu schätzen wissen. Das macht mich demütig und gleichzeitig stolz. Es gibt mir auch Energie, weiter zu machen, und es gibt mir Bestätigung. Besonders stolz bin ich auf meine beiden Gründungspartner. Wir sind nun seit über 11 Jahren gemeinsam unterwegs, das ist ziemlich cool! Wir verstehen uns super. Mit einem der Beiden hab ich ja bekanntlich 2 Kinder.:-). Es ist nicht zwingend zu erwarten, dass sich dies so gut vereinen lässt. Das „Geheimnis“: nicht zu viel drüber nachdenken und einfach machen. Alle haben es streng und jeder hat seine ganz persönlichen Baustellen. Da muss man manchmal lernen, zurückzustecken und viel Mitgefühl zu zeigen. Mein Motto diesbezüglich: „Take one for the team“. Das heisst so viel wie: es geht nicht immer um dich und deine Bedürfnisse. Manchmal müssen diese, zum Wohle der Sache oder dem Team, hinten anstehen.


7. Corona klopfte auf einmal an der Tür. Krise oder Chance für euer Unternehmen?

Absolute Chance, sowie alle Hürden die wir bis jetzt bewältigt haben!
Wir haben uns sofort an die Bedürfnisse angepasst und, so gut es ging, neue Angebote auf den Markt gebracht. So haben wir beispielsweise sogenannte „Corona safe“-Apartments ins Leben gerufen. Unsere Gäste konnten sicher, ohne mit jemandem in Kontakt zu treten, bei uns einchecken und arbeiten, Abstand gewinnen, sich auskurieren, etc. Ausserdem hatten wir viele Langzeitgäste, die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten. Wir haben mit einer Privatklinik gearbeitet und Gäste bei uns einquartiert. Wir hatten alle Hände voll zu tun und sind mit unserem angepassten Konzept, virtuell einmal um die Welt gereist.


8. Wo siehst du dich und Le Bijou in den nächsten 10 Jahren? Was willst du mit dem Unternehmen noch alles erreichen und welche Träume stehen noch offen?

Ich habe unzählige Ideen und Träume. Ich möchte unser Konzept in internationale Grossstädte bringen. Wir hatten nie die Eile, da wir einen hohen Qualitätsanspruch und in unserem Schweizer Markt noch so viel zu tun haben. Es ist aber ein kleiner Traum von mir, wieder einmal in Paris zu wohnen. Dann aber gemäss Le Bijou Konzept. Der Name unserer Firma, ist schliesslich da geboren, als wir bei Champ de Mars spazierten und unserem Arbeitstitel, „ the Private Hotel“ einen neuen Namen geben wollten.


9. Und zum Abschluss natürlich noch eine Frage im Bezug auf Läight. Wie kamst du auf uns, wie zufrieden bist du mit uns und was überzeugte dich an unserer Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit mit Läight ist grossartig. Ich bin dankbar für die kreative Arbeit, die Kevin in die Unterstützung meiner Projekte steckt, und die absolut reibungslose Abwicklung von Anfang bis Schluss. Das ist ein exzellenter Service, wie man es sich nur wünschen kann. Ich liebe die positive Energie, die Läight und das Team versprühen. Kevin ist eine feinfühlige und super inspirierende Persönlichkeit mit einem Herz aus Gold, bei der man gespannt darauf wartet, was als nächstes kommt. Ich wünsche ihm so viel Erfolg und Freude, dass er vor Hääppiness platzen könnte! Danke an Samigo und Instagram für die Vernetzung.

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Von tiefstem Herzen möchten wir uns bei dir Madeleine bedanken und freuen uns sehr, dich als ersten Interview-Partner präsentieren zu dürfen und wünschen weiterhin viel Erfolg im Unternehmen, sowie auch Privat und ganz viel wunderschöne Erlebnisse mit deiner Familie, abseits von all dem Business.

Täusend Dank und bis sehr bald,

Kevin Oberholzer
Founder

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